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Mein Name ist Peter Baltes bin 1968 im Sternzeichen Löwe geboren im Zentrum der Pfalz:  Speyer, Rheinland Pfalz.

Meine eigene Capristory fing an im Jahre 1970, als mein Vater ( Peter senior) seinen ersten nagelneuen Capri 2.3 GT in silbermatalic kaufte und diesen dann spontan, also gerade mal zwei Jahre später, 1972 wieder verkaufte um seinen ersten "Capri RS 2600 injektion" entgegenzunehmen.

Bis zu diesem Tag war ihm nicht bewußt was er mir damit angetan hatte! 1972 (ich war gerade mal 4 Jahre alt) konnte ich bereits am Hupton jeden Ford von einem Opel, VW, Mercedes oder sonst einem Gefährt unterscheiden) und es fiel mir bereits damals leicht auch am Motorgeräusch nen V6-Capri von allen anderen zu trennen. Der Virus befiel mich beim ersten Anblick des neuen RS!
Das Bild zeigt eben diesen RS mit mir und meiner großen Schwester (vorne auf der Beifahrerseite), und meinem älteren Bruder auf der Fahrerseite. Dieses Foto entstand bei einem Familienurlaub auf einem Bauernhof mit dem Capri in Österreich. Ja, richtig: 2 Erwachsene und drei Kinder mit Gepäck hatten damals genug Platz in dem Renner...

Original 72er RS in Silber/ blau 


Nachdem dieser RS sehr schnell, aber nicht gerade alltagstauglich war und stets auf längeren Strecken auf die eine oder andere Weise nicht so wollte wie der Fahrer (also eher das Gegenteil von zuverlässig war) und die "Ford Werke" die Defekte trotz mehrerer Nachbesserungen nicht auf die Reihe bekamen, endete diese Montagsauto-Freundschaft pünktlich zum Jahreswechsel 72/73
mit einem kapitalen Motorschaden und folglich der Rücknahme des Capri´s als Garantiefall!

Nun hat dieser Händler "FORD-KOHLHOFF Mannheim"  uns ein Wahnsinns Angebot gemacht:

Es kommt die nächsten Wochen direkt aus Köln ein neuer Ford Capri RS mit original:  
"Ford Motorsport Gruppe 2 Umbau ab Werk", also mit:
- 3-teiligen BBS Rennsportfelgen 9x13
- Pirelli Cinturato in 235/60VR13
- GFK-Verbreiterungen,
- GFK-Heckklappe,
- Entenbürzel
- Scheelmann-Sitze,
- Fichtel & Sachs Rennsportfahrwerk und, und, und...
also mit allen Schikanen, zu einem minimalen Aufpreis und ich fühlte es: dieser RS wird mein Leben verändern und irgendwann mal meiner werden... 

Ich glaube der Neupreis lag 1973 bei ungefähr 23.000.-DM! 

Dieser Preis war wohl eher ein Friedensangebot von Ford-Kohlhoff, da mein Vater ja zusätzlich einen neuen tintenblauen Knudsen Taunus für Mutti dazukaufte, mit brachialen 73PS und Automatik....

Da isser ja: 19.04.1973 - mein blau-weißer Renncapri ist da...
Und ich war bei der Abholung natürlich dabei mit zarten 5 Jahren auf dem Beifahrersitz.



Der abgebildete Motor mit der offenen Renneinspritzanlage spielt übrigens erst 1983 eine Rolle!

Also nochmal zurück: 1973, Monat: April: Der breite RS kam gerollt, hat mich gleich infiziert und bis heute gibt es keine Medizin gegen diesen Virus!!! Der Capri lief vom ersten Tag wie eine Rakete, trotz der angegebenen 150 Serien PS (alle RS hatten entgegen den Werksangaben mindestens 165 bis 180 PS unter der Haube) aus knapp über 2600ccm und 6 Zylindern und einem Maximalgewicht von 1050 Kg wurden da sehr viele Porsche und Mercedesfahrer einfach mal weggefegt! WAHNSINN!!!


Irgendwann so um 1977/78 wurde der Capri eines Nachts direkt aus unserem Hof gestohlen und dann am nächsten Tag auf einem abgelegenen Parkplatz im Wald bei Dudenhofen wieder gefunden: Aufgebockt auf Steinen...
FEHLTEILE=  BBS-Felgen, Innenaustattung, Heckklappe mit Bürzel und ein paar Kleinteile vom Motor + diverse Lackschäden!!!

Versicherung hat sich etwas quergestellt, aber der Capri wurde wieder in den Ur-Zustand zurückgerüstet...

soweit, sogut..., im Laufe der Jahre dann irgendwann eine neue noch geilere Lackierung in blau-weiß mit 2 Rennstreifen komplett von vorne bis hinten! (Der damalige Lackierer hat monatelang mit meinem Vater verhandelt, weil er unbedingt seine Corvette C3-Breitbau in brillantcolor-rotmetalic und Breibau gegen den Capri tauschen wollte) Das folgende Bild müßte so ungefähr im Jahre 1983 entstanden sein. Die junge Dame vorne dran (meine Schwester) war damals ca. 19 Jahre alt, naja, heute (2017) wird die auch schon wieder 53 Jahre alt, wahnsinn wie die Zeit vergeht!!!

 

Für mich, bis dato die geilste Lackierung für den RS, oder? Also der Capri lief und lief und lief und kurz nach der Neulackierung gab es einen Rückschlag: Lagerschaden mit folglichem Kolbenfresser im Jahre 1983.

RSB-Achern, (Uwe Bauer), Heinz Schultze (HSI) und Eichberg waren die ersten und vermeintlich besten Adressen damals für den RS!!!

Hubraum gleich mal ein wenig angehoben anhand eines leicht modifizierten 2.8i- Block´s in Verbindung mit einer der ersten offenen Kugelfischer Renneinspritzanlage von Heinz Schultze (später HSI), die sich damals noch Schubra-Power nannte. (Das war das Bild oben!) Dieser Motor hatte einen wahsinns Ansauggeräusch, hatte in einigen Drehzahlbereichen richtig Dampf, aber leider nicht in allen Drehzahlbereichen, soff Sprit wie Sau, war kalt und auch warm, schwer zu starten, hatte aber immerhin eine unspektakuläre geringe Mehrleistung abbekommen, die wohl so bei gefühlsmäßigen 180-190 PS lagen, und es gab damals niemanden, der das Teil wirklich 100%ig einstellen konnte (kein Uwe Bauer, Heinz Schultze und auch kein Herr Brettschneider) doch nach und nach und mit viel Geduld und langer sehr geduldiger Feinarbeiten diverser guter Mechaniker schien auch dieser Motor immer besser zu laufen!

Der blaue Taunus wurde ja dann auch irgendwann abgeschoben und gegen einen neuen 79er Chevrolet Caprice-Classic getausch mit 5.7Liter V8-Motor und runden 185 PS.
Unser Familienschiff mit 6 Sitzplätzen und einem Kofferraum wie eine Einzimmerwohnung.

Im Jahre 1985 krachte meinem Vater zwischen Speyer und Schifferstadt ein Reh vorne rein.
Zu dieser Zeit liebäugelte mein Vater schon mit einem neuen Trans Am oder Corvette C3...
Aber:  Ein Sachverständiger Gutachter hat einen erstaunlich hohen Wiederbeschaffungswert attestiert und eine jährliche Wertsteigerung garantiert was im Endeffekt die Entscheidung erleichterte den RS neu aufzubauen= "gleich richtig ist wichtig" war die Devise und eine Totalrestauration wurde ohne Rücksicht auf Kosten vo Kanne durchgezogen!!!

Rohkarosse läßt grüßen und fertig restauriert und konserviert ergab das ganze Paket ein Sümmchen von abgerundeten 26.000.- Deutsche Mark inkl. einer klitzekleinen Überarbeitung des Motors mit guten 2900ccm. Die damals kultigen Karosseriedetails waren obligatorisch:   

Felgen vorne 9x15 ATS mit sage und schreibe 285/40 ZR15 und hinten 11x15 ATS mit 345/35ZR15 PIRELLI, ein Heckflügel eines Renn-Jaguars, und der Motor hatte nun fast alle feine Teilchen in sich verbaut, die man damals bekommen konnte und in Verbindung mit dem 5-Gang Getriebe und der überarbeiteten Raumnocken der offenen Renneinspritzanlage konnte man bei Bedarf jede Menge Spaß haben... damals erstmalige Präsentation auf einem Capritreffen in Ingelheim 1987. Hab da mal ein Bild angehängt



Nach der Restauration war der Frontspoiler viel zu tief, die Karosse viel zu hoch und das neue Triebwerk, mit dem nachgerüsteten T9 - 5.Gang Getriebe und der längeren Hinterachse nur mit viel zu hoher Drehzahl fahrbar, (ein ewiges hochjodeln und herunterschalten), sodaß eine nochmalige Feinarbeit der Fahrwerks.- und Übersetzungs-abstimmung mit einer kompletten Doktorarbeit zu vergleichen war, was alles zusammen eine ungefähre Inanspruchnahme von ca. 18 Monaten dauerte...

Als erstes wurde eine 3.09er Hinterachsübersetzung verbaut, in Verbindung mit einem anderen T9-Getriebe, der Motor leistete zu dieser Zeit weit über 200 PS aus 2900ccm.
Dann ran an die Walzen: 345er runter, die vorderen 285er kommen hinten drauf, vorne 225/50 und erst mal testen...

Fazit: da geht doch noch was..........:   :-)


Motor aufgebohrt 95mm

Spezial-Ansaugspinne

Kugelfischer - Renneinspritzanlage offen seit 1983

Isolierte Capillarleitungen (keine Dampfblasen, kühler Kraftstoff)

Geänderte Kurbelwelle, erleichter und nitriert

Schmiedekolben Kurzversion (aus dem ALPINA Regal!) :-)

Stahlpleuel

Schärfere Nockenwelle 296*

Große Ventile 38/44

Einlasskanäle erweitert +2.00mm

Kontaktlose Zündanlage

Auspuffanlage angepasst/ optimiert

Fächerkrümmer Edelstahl mit Integralisolierung

Schwungscheibe erleichtert 8.5 / 6.8


Entgegen jeder Meinung von Kennern und Meistern des Oldtimertunings die behaupten man könne einen Köln-V6 nicht so leicht über 220 PS tunen ohne Aufladung muss ich hier mal aufklären: und es geht doch:

Eichberg Leistungsmessung 1989:

pmaxmotor: 186,7KW/ 254,9 PS 

Pmaxrad: 234,8 PS. 

Vmax: 245Km/H bei 6400 U/min

Der Motor ist saumäßig giftig und mit einer brachialen Leistung absolut standfest gelaufen von 1989 bis zum Jahre 2015 im August....  mehr dazu später

Nun noch die Felgen gegen standesgemäße 3-teilige BBS-RS montiert, vorne nun 225/45 Rennreifen mit Straßenzulassung und hinten 11x15 mit 285/40ZR15, kleine Distanzscheibchen drunter, Fahrwerk noch ein wenig abgesenkt, und auf gehts: in jedem Gang voller Schub bis zur freiwilligen Drehzahlgrenze 6800 U/min (auch im 5.Gang!)...

Nur mal so nebenbei bemerkt:
Dieser RS ist wahrscheinlich der einzigste existierende originale  "FORD CAPRI RS" der in der Motorsportabteilung im kölner Ford Werk zum Gruppe 2-Renner mit Straßenzulassung umgebaut wurde und sich seither in Familienbesitz befindet!

Es gibt Leute die behaupten es gäbe ausschließlich Werksrenncapri´s die im Werk aufgebaut wurden und keine Privat PKW´s, aber sorry, dann gehört meiner eben zur ersten Liga..

Weiter gehts dann mit meiner neuen Story: SEITE 2: